Resetknopf - Warum einfach, wenn es kompliziert auch geht...

Veröffentlicht am 4. März 2026 um 16:45

Warum ohne gute Kommunikation gar nichts geht, und wie man mit klaren Worten vieles einfacher werden lässt. Höchstpersönliche Erkenntnisse aus dem ganz normalen Alltag..

Die selten benutzte Wohnung der Schwiegereltern wird gebraucht und deshalb soll die Therme eingeschalten werden. Doch leider Fehlanzeige...nichts passiert. Der Insallateur kann dankenswerterweise kurzfristig am nächsten Tag einen Termin einschieben, kommt ganz offensichtlich gehetzt von einem Termin aus einem anderen Bezirk herangeeilt, geht zur Therme und bleibt aprupt stehen. Mit Blick auf die Therme und den quer stehenden Gasschalter meint er lapidar und vorwurfsvoll: "Das gehört senkrecht, wie soll das denn gehen, da kommt ja natürlich kein Gas..", stellt den Schalter um und - Sie ahnen es vielleicht schon -  sobald er den Knopf drückt, springt die Therme problemlos an, bevor ich noch irgendwas erwidern kann.  So ein verräterisches Ding, denke ich mir. Und schon ist der Handwerker wieder draußen und ich steh da wie der Ochs vorm Berg. Denn natürlich wissen auch wir eigentlich den Zusammenhang von Gaszufuhr und Thermenbetrieb. Wie das telefonische Nachfragen mir bestätigt: selbstverständlich hat mein Mann hat am Vortag den betreffenden Schalter aufgedreht, bevor er den Einschaltknopf gedrückt hat - allerdings in seinem Fall mit dem Ergebnis einer Fehlermeldung und einer sonst stur schweigenden Therme.

Es folgt ein weiterer Anruf, diesmal beim Installateur, dem ich versuche, die Zusammenhänge zu vermitteln. Mehr aus dem Bedürfnis, nicht dumm dazustehen, wie ich mir selber eingestehen muss. 

"Naja, dann muss man halt eintstören". Alles klar! Und wie macht man das?? schreit es in meinem Kopf. Ich merke, dass ich langsam sauer werde. Ich fühle mich für dumm verkauft. Ich entstöre ja gern Muster, die nicht zweckdienlich sind, lösungsorientiert geschult wie ich bin, sollte ich diesbezüglich ja schon berufsbedingt wenig Hemmungen haben. Aber dazu muss ich doch erstens wissen, welche Störung vorliegt und zweitens, habe ich ja gerade deshalb ihn, den Experten, gerufen. So geht das nicht, denke ich mir. Mit diesem problemorientierten Herumkreisen über die Therme und was in der Vergangenheit war oder nicht war kommen wir zu keinem Ergebnis. Und deshalb versuche ich, das Gespräch auf eine andere Ebene zu holen, auf den Blick nach vorne. "Ok. Und was kann ich in Zukunft also tun, wenn so eine Fehlermeldung oder Ähnliches passiert?"

Und plötzlich geht alles ganz einfach.

"Einfach den Knopf neben dem Licht drücken, das leuchtet. Das ist der Resetknopf, der baut die Spannung ab und dann geht es wieder." Na dann. Bitteschön: Alles keine Hexerei. Wenn man weiß, was zu tun ist. Und nicht mehr im Zentrum steht, was wann wer wie gemacht oder nicht gemacht hat.

Und tatsächlich, alles funktioniert, die Wohnung wird warm.

Mein Fazit:

Beim Heimgehen denke ich nach: Wie viele Situationen in unserem Leben gibt es eigentlich sonst noch, die sich ganz einfach bereinigen lassen könnten, wenn man nur wüsste, was wirklich notwendig ist? Welche Resetknöpfe in unseren Beziehungen oder bei uns selber könnten wir drücken, um angesammelte Spannungen sicher zu entladen? Wie können wir die Bedürfnisse selber erkennen, damit wir in einem nächsten Schritt dann die eigenen Wohlfühl-Resetknöpfe kommunizieren können? 

 

Wenn wir in einem ersten Schritt ehrlich reflektieren, was wirklich notwendig ist, dann wertschätzend und auf Augenhöhe benennen, was wir brauchen, damit wir funktionieren, dann erst - aber dann wirklich - kann der andere das auch versuchen, zu tun.

Absichtlich missverstehen will nämlich fast keiner.

 

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